Das Buch ist natürlich längst nicht mehr zu kaufen, eventuell noch antiquarisch, aber in »guten Bibliotheken« sicher noch vorhanden. PmE ist als Lehrprogramm ausgearbeitet, mit Aufgaben und Lösungen auf jeder Doppelseite, so daß Probleme und Fallbeispiele, wenn sich nur jemand die Mühe macht, schrittweise vom Leser – ob es auch Leserinnen gegeben hat, weiß ich nicht – gelöst werden können.

Deshalb blätterte man auch von unten nach oben und nicht wie bei »normalen« Büchern von rechts nach links.Der Vorgang des Problemlösens als iterativer Prozeß war damals (1975) noch fast Neuland, und das dazugehörige Poster »Problemlösungslandschaft«, gezeichnet von Hagen Kiechle, hing damals in manchen Software-Entwicklungsbüros.

Sowohl die Theorie der eindeutigen Entscheidungstabellen (Etabs), in denen Vollständigkeit, Redundanz- und Widerspruchsfreiheit einigermaßen leicht zu überprüfen sind, wurden dargestellt und benutzt, als auch mehrdeutige Entscheidungstabellen.Für mehrdeutige Etabs allerdings setzte ich mich in Gegensatz zu fast allen anderen Autoren, die damals über Entscheidungstabellen geschrieben haben; diese bearbeiten die Aktionen von oben nach unten, nur abhängig davon, ob eine Aktion in einer der zutreffenden Regeln angekreuzt ist, ich aber arbeite »regelbasiert«, wie es erst später hieß, und alle akuten (ausgewählten) Regeln werden nacheinander vollständig abgearbeitet.

Am wunderbaren Beispiel »Erbfolge« werden hier, exemplarisch, beide Methoden – eindeutige und mehrdeutige Etabs – vorgestellt. Das Beispiel ist deshalb so »wunderbar«, weil der Aufgabentext (aus einem Lexikon von 1908) so sehr verwirrt – bitte versuchen Sie es selbst, ihn zu analysieren (s.u.)! – daß man kaum glauben kann, er enthielte einen tatsächlich logisch zu entwirrenden Sachverhalt.


 

 

 

 

Warum, …

… fragen sich da sicher jeglicher Leser und alle Leserinnen dieser Seiten, werden solche ollen Kamellen nach fast 30 Jahren wieder ausgegraben?

Entscheidungstabellen werden doch heute zwar von manchen wie selbstverständlich benutzt, aber die meisten, die davon gehört haben, haben diese Methode wieder abgetan, als zu … (ich weiß nicht, was). Jedenfalls verwenden Sie diese auch bei komplizierten Sachverhalten nicht, sondern »denken zu Fuß« und oftmals sehr ausgiebig und häufig ziemlich wenig richtig: trial and error heißt ihre Methode.

Außerdem ist auch für »die Wissenschaft« das Thema vollständig uninteressant, denn da ist – bei dem bißchen Logik in Tabellenform – kein wissenschaftlicher Blumentopp (sprich: Veröffentlichung) mehr zu gewinnen, es ist fast alles schon vor 30 Jahren geschrieben worden.

Nun, inzwischen hat sich ja die überkommene zweiwertige Logik gemausert. Obwohl es auch viel früher schon mehrwertige Logiken gab, kam mit der Fuzzy-Logik von Zadeh und Kosko neuer Schwung in die Sache. Etwa ab 1995 gab es erste Vorstellungen zu »Fuzzy Decision Tables« (FDT), und ich konstruierte im Dezember 2000 meine eigene Fuzzy-Entscheidungstabelle, aus freien Stücken und als Kürübung. Dann ließ ich das Thema ruhen.

Nun, im Frühjahr 2004 nahm ich es wieder auf, perfektionierte meine Technik und kümmerte mich darum, welche Interpretationsweise andere Autoren bis dato sich ausgedacht hatten. Und siehe da (siehe dort: FDT), ich hatte etwas Neues erfunden, und nicht nur das, meine Erfindung wird hoffentlich auch erheblichen praktischen Nutzen haben … Hoffentlich!

Demnächst werde ich ein bißchen davon veröffentlichen, aber eigentlich ist es eine Erfindung, da nämlich andere Sorten von FDT in der Welt unpraktikabel sind, und braucht den richtigen Rahmen …

PS: ist nunmehr geschehen, tippen Sie hier drauf: ===>

 

 

 

 

betr. Erbfolge

… aus Meyers-Lexikon von 1908

Daraus eine Entscheidungstabelle zu konstruieren, fällt sicher recht schwer, wenn man nicht methodisch und konsequent vorgeht, aber selbst dann:

 


Es gibt zwei gleichwertige Lösungen, eine eindeutige Entscheidungstabelle mit 9 Regeln und eine mehrdeutige mit 6 Regeln. Hier zunächst, damit Sie, falls Sie sich herausgefordert fühlen, noch ein bißchen weiterdenken können, folgt eine Darstellung des Sachverhalts:

  Thusnelda ist gerade gestorben – und für diese ist es egal, wes Elterns Kind sie war, Hauptsache, sie gehörte mit zur Familie – und hinterläßt eine Erbmasse im Wert von E €uro.
Das ist die große Familie mit Vater und Mutter und Kindern (n=10).
Man muß allerdings 4 Sorten von Kindern unterscheiden: Die Schnittmenge umfaßt (drei) Kinder, die sowohl Abkömmlinge des Vaters als auch solche der Mutter sind (das wären die vollbürtigen des Textes).
Der Vater hat in diese Ehe außerdem (vier) Kinder mitgebracht (das sind die halbbürtigen nach Vater-Art).
Die Mutter brachte (zwei) Kinder mit (das sind die halbbürtigen nach Mutter-Art).
Schließlich gibt es noch ein sog. mitgeschlepptes Kind, das weder vom Vater noch von der Mutter abstammt.

(Letzteres könnte z.B. so geschehen:
Es heiraten: V1+ M1 und zeugen K1
Es stirbt: M1
Es heiraten: V1 (mit K1) + M2 und zeugen K2
Es stirbt: V1
Es heiraten: V2 + M2 (mit K2, (K1)) und zeugen K3
Das Kind K1 ist ganz eindeutig weder Abkömmling des zweiten Vaters noch der zweiten Mutter.

Solche Familienverhältnisse können ganz schön verwickelt sein. Bitte bedenken Sie nun die Bedingungen und Aktionen! Die ersten drei Formulierungen der Bedingungen hängen irgendwie zusammen. Der Ausdruck
"halbbürtig" ist nicht eindeutig. Zu den Aktionen ist zu sagen: Es soll eigentlich herauskommen, wieviel e i n Kind in einem ganz bestimmten Fall erbt.
Sie könnten jetzt noch längere Zeit nachdenken, wie Sie nun Bedingungen und Aktionen formulieren!

Oder aber Sie schauen nach – bei der EINDEUTIGEN Entscheidungstabelle oder bei der MEHRDEUTIGEN

Und übrigens, Sie können beide Tabellen – und dann dynamisch, Eingaben in den fünf gelben Feldern – über Email anfordern; dann können Sie damit »spielen« und außerdem begutachten, wie ich in EXCEL Entscheidungstabellen implementiert habe. Das funktioniert ganz wunderbar, nicht nur zur Demonstration, sondern könnte – bei ernsthaften (gelösten) Problemen – eine anschauliche Handlungsanweisung am Bildschirm werden, wie sie klarer, logischer, überschaubarer nicht sein kann:

Vorschriften durchschaubar gestalten! – Ich könnte Ihnen behilflich sein, gegen Honorar.

Bitte sehr, das Laden eines ganzen Posters – weiter unten, also stört's nicht sehr, und es ist noch nicht einmal richtig scharf –, dauert eben seine Zeit.

 

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2 Der mehrstufige Entscheidungsprozeß

3 LOGIK - MATRIX

4 VORSCHRIFTEN

5 THEORIE (Zusammenfassung) der EINDEUTIGEN ENTSCHEIDUNGSTABELLEN

6 MEHRDEUTIGE ENTSCHEIDUNGSTABELLEN

7 Abarbeiten einer Entscheidungstabelle

8 Die typischen Fragestellungen

9 Zwischenbetrachtungen und Testaufgaben

10 PROBLEMLÖSEN

11 Beispiel "Erbfolge"

12 Beispiele

13 PROGRAMMVORGABEN UND DOKUMENTATION

14 Programmieren nach Entscheidungstabellen

15 Entscheidungstabellen-GENERATOREN (Vorübersetzer)

16 Entscheidungstabellen-INTERPRETER

17 Abschlußwürdigung

Literaturhinweise

Sachwortregister

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

30-Jul-2004 18:33

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»Problemlösen mit Entscheidungstabellen«