22-Feb-2005 12:06

HD: Spiele

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NASSAUER

– ein strategisches

»Ökobionatur-Spiel«

um die Pfandflasche

Hier zunächst die Spielidee von NASSAUER

In den vier farbigen Eckhäusern - blau, gelb, grün, rot - wohnen vier »Spielerpersönlichkeiten«. In den Kneipen und in der Brauerei gibt es zu Spielbeginn insgesamt 36 volle Flaschen, Limonade oder Bier - wie es euch gefällt und was ihr wollt. Jede Spielerpersönlichkeit - künftig abgekürzt mit »S.P.« - hat zu Beginn zu Hause einen Kasten mit sechs leeren Flaschen, den sie auf ihren Wanderungen durch Buddlbrunn immer mit sich führt: Eine volle Flasche im Kasten hat sie also noch längst nicht zu Hause.

Ziel für jede Spielerpersönlichkeit ist es (also ab jetzt wirklich nur noch »S.P.«- wir sind ja nicht beim Fußball, wo jene gar so rar seien), am Schluß so viele volle Flaschen wie möglich bei sich im Keller zu haben. Man muß also immer mal, wenn man glaubt, daß es sich lohne, mit seinem Kasten in das eigene Haus zurückkehren und dort die vollen Flaschen abladen: Sie werden einfach aufs Haus gestellt; dort sind sie bis zum Schluß sicher: Die Anzahl der Flaschen im Keller entscheidet über Sieg oder Platz.

Alle S.P. ziehen reihum, und zwar jede jedesmal mit zwei Figuren:

• zuerst mit der eigenen farbige Figur auf ein benachbartes Feld oder in eine Kneipe oder die Brauerei oder aus einem solchen Gebäude heraus

• danach mit einem der beiden NASSAUER auch ein Feld weiter, egal mit welchem, wenn dieser nicht gerade mit einer anderen Figur zusammen   auf einunddemselben Feld steht und »am trinken« ist.

Es kann also, zumindest zu Beginn, immer nur ein Feld weiter gezogen werden. Jedes Feld ist begrenzt durch die dicken Trennungsstriche und durch die Eingänge der Gaststätten. (Die anderen Umrahmungen - Häuser, Mauern usw. - sind sowieso nicht zu überschreiten.)

Wenn eine S.P. seine Figur in ein Restaurant zieht, kann sie dort die vollen gegen die leeren Flaschen aus dem eigenen Kasten tauschen. Falls keine leeren mehr im Kasten sind, kann sie die Flasche(n) auch so mitnehmen. Natürlich darf der Kasten nicht überladen werden. Aus der Brauerei werden die Flaschen nur ohne Austausch abgeholt: Man darf in der Brauerei nur so viele Flaschen einsacken, wie man leere Plätze im Kasten hat, bestenfalls sechs.

In diesem Spiel kann getrunken werden, denn wenn zwei Figuren auf demselben Feld - außerhalb eines Gasthauses oder der Brauerei - stehen, weil eine S.P. die zweite gerade dort hin gezogen hat, wird eine volle Flasche fällig, falls vorhanden. Wenn ein NASSAUER beteiligt ist, bekommt dieser eine, wenn zwei S.P.-Figuren zusammengetroffen sind, opfert diejenige eine, die mehr (nicht »auf dem« - nein:) im Kasten hat.

Jede Gaststätte, die keine volle Flaschen mehr hat, ist für die S.P.-Figuren in einem Zug zu durchlaufen, denn da ist ja nichts mehr zu holen: Der nächste Stopp ist dann erst vor dem nächsten Feldbegrenzungsstrich oder dem Eingang in eine noch wohlgefüllte Kneipe. Es lassen sich also in einem Zug auch mehrere leere Spelunken und Bars durchlaufen.

Gegen Ende des Spiels besteht die Gefahr, daß eine S.P. selbst zum NASSAUER wird: Wer keine einzige volle Flasche mehr im Kasten hat, wenn gerade die letzte volle Flasche aus der Brauerei oder einer Kneipe abgeholt wird, dessen S.P.-Figur wird zu Recht sofort zum NASSAUER, denn sie wird nur noch auf fremder Figuren Flaschen spekulieren: In dem Falle hat auch diese Figur Hausverbot in allen Gaststätten und der Brauerei, kann keine Flasche mehr in einen Kasten stellen und darf von allen anderen Spielern genau wie ein Original-NASSAUER gezogen werden. Die S.P. aber darf, wenn sie reihum wieder am Zuge ist, nur noch eine Figur ziehen, einen der (maximal 5) NASSAUER, die nun wohl Jagd machen werden auf die S.P., die noch versuchen, ihre restlichen vollen Flaschen im Kasten nach Hause zu tragen.

 

Der NASSAUER-Spielplan ist von Manfred Schmidt gezeichnet: Buddlbrunn, ein kleiner Ort nordsüdlich von Göttingen, wenn man sich westöstlich hält, ist weithin unbekannt wegen seiner privaten Brauerei und der vielen Kneipen.

Außerdem beruht dieses Spiel auf einer Überlieferung über das Nassauern, welches bekanntlich in Göttingen zur Durchführung gebracht wurde.

Die hölzernen Spielfiguren sind: 2 Nassauer (weiß), 4 persönliche Spielfiguren (blau, gelb, grün, rot), 24 leere Pfandflaschen (hellbraun), 36 volle Pfandflaschen (dunkelbraun)

Auch die (verkürzte) Spielanleitung für NASSAUER können Sie weiter unten lesen. Und auch etwas zum Spielspaß.

Nassauer-Spielfeld (ca. 50 x 50 cm)

Wieso nur die Nassauer keine »NASSAUER“ sind

In Göttingen waren bekanntlich die »NASSAUER« sowohl zu Hause als auch aus aller Herren Ländern zugereiste Studenten – wohlgemerkt: in Göttingen, nicht etwa in Nassau! Ja, mehr noch, es war vormals ganz unmöglich für einen Nassauer, »NASSAUER« zu werden – was ein solcher ja auch nicht zu werden brauchte, denn er war's ja schon. Nur wer nicht aus Nassau stammte, bemühte sich darum, als »NASSAUER« zu gelten und bei den Nassauern zu »nassauern«.

Jene also versuchten, abzusahnen, auf fremde Kosten zu saufen (»Haste mal 'ne Flasche?«), zu schnorren und den Herzog »Wie hieß er doch gleich?« von Hessen & Nassau gehörig zu melken: Es entstand damals zu Göttingen das »Nassauern« als studentisches Brauchtum – und das nicht einmal wegen eines Ulks, sondern aus purer Not. Bis es dem Herzog zu bunt wurde.

Jener Herzog von Hessen-Nassau, Friedrich hieß er, jetzt weiß man‘s, der gnädiglich seinen Landeskindern zu Göttingen ein Haus eingerichtet haben soll, hat im 18. Jahrhundert gelebt. Es heißt, es wären 12 Freitische gewesen, mit denen er seine Mensa ausgestattet habe, aber das ist alles nicht verbürgt. Vielleicht gab es damals in ganz Göttingen überhaupt nur 12 Freitische – von allen möglichen Fürsten aufgestellt – und wie groß diese Tische waren, etwa ob vier oder vierundzwanzig Studenten daran Platz hatten, ist überhaupt nicht bekannt.

Was weiß man außerdem über die Mahlzeiten (»Mahlzeit, Herr Herzog!«)? – Vermutlich wurde nur Grütze mit Sauce kredenzt, und die braune Soße war vermutlich aus der Dose; für Studenten ist das gut genug, die sollen erst mal was lernen, die Jungs! Mädels gab's damals sowieso nicht – Studentinnen, versteht sich, andere schon.

Es muß damals aber Studenten gegeben haben, die trotz des bescheidenen Angebots auch noch das Wagnis eingegangen sind, sich als Hessen-Nassauer auszugeben, damit sie vom Tische des Herzogs ihr bescheidenes Mal beziehen konnten: Der Hunger trieb's rein. Sie hatten damals den Vorteil, daß sie sich, weil es noch keine maschinenlesbaren Personalausweise gab und maschinelle Biometrie noch nicht erfunden war, mit ein wenig Überzeugungskunst beim Pedell der Nassauischen Mensa als Landsleute ausgeben konnten, per natürlicher Biometrie: Wenn man wußte, daß der Ahnherr des Herzogengeschlechts, Walram II., ungefähr von 1236 bis 1279 gelebt habe, war man schon aufgenommen, weil der Hausverwalter es auch nicht besser wußte.

Das Risiko der fremden Studenten bestand übrigens darin, daß sie als Hessische Landeskinder, beispielsweise, wenn sie zweimal durchs Vordiplom gefallen waren, eingefangen und als Söldner vom Landesvater Friedrich II. an die Engländer verkauft werden konnten. Das hat dieser gutherzige Landgraf, übrigens seit 1749 katholisch, etwa 19000 mal getan und dafür 21,25 Millionen Taler eingesackt.

Also diejenigen »Nassauer«, die gar nicht aus Nassau, sondern vielleicht aus der Pfalz, aus Sachsen oder Preußen stammten, wurden nun im Laufe der Zeit als solche bezeichnet. Von den echten Nassauern sprach kein Mensch mehr, zumal auch das Herzogtum, weil der Herzog mal wieder auf der falschen Seite (nämlich gegen die Preußen) hatte kämpfen lassen, im Jahre 1868 in der Preußischen Provinz aufging: Das »Nassauern« aber wurde zum gebräuchlichen Begriff, zumal es dem Sprachgebrauch in anderen Gegenden des Deutschen Reiches entgegenkam: Aus der Berliner Bordellsprache, pardon – aber der Wahrheit eine Gasse! – stammt »naß« = umsonst genießen, und der »nasse Kober« war der Bordellbesucher, der sich ohne zu bezahlen vergnügte.

Ob das »naß« nun von jiddisch »naussen« und dieses wiederum von »nassern« oder »nassenen« aus dem Rotwelschen, der Gaunersprache, stammt oder gerade umgekehrt, mag manchen nicht so besonders fesseln, dessen Bestreben es ist, »für lau« mitzuzechen und bei Bedarf die Zeche zu prellen. Eine feuchte Angelegenheit wird das dann auf alle Fälle - zum Beispiel auch in Buddlbrunn.

 

(nicht alle) Spielfiguren (ca. 1,5 mal natürliche Größe)

 

 

zum Spielverlauf

Aufstellung der Spielfiguren: Zu Beginn werden 12 volle Flaschen in die Buddlbrunner Brauerei gestellt, außerdem auf jede runde Stelle in den Gaststätten je eine. Es gibt also Kneipen mit einer oder zwei vollen Flaschen, was wohl nur in Buddlbrunn der Wirklichkeit entspricht. In jeden Kasten neben dem Haus in der Ecke kommen je 6 leere Flaschen. Die persönlichen Spielfiguren werden in/auf ihre farblich gleichen Häuser gestellt, und die NASSAUER stehen zu Beginn je auf einem diagonal gegenüberliegenden Feld unmittelbar an der Brauerei.

Spielbeginn: Die jüngste S.P. beginnt, indem sie ihre Figur aus dem Hause auf die Straße, also auf das direkt angrenzende Feld, setzt. Anschließend zieht sie auch noch einen der beiden Nassauer auf ein benachbartes Feld, genau über einen dicken Trennungsstrich hinweg. Da kann sonst weiter nichts passieren, und es kommt – kaffeemühlengemäß – die linke Nachbar-S.P. (»S.P.« heißt Spielerpersönlichkeit, falls Sie's vergessen haben.) an die Reihe und so weiter. Das zieht sich etwa so drei Runden hin, bis es der ersten einfällt, doch mal in der nächsten Kneipe zu verschwinden, und eine volle Flasche zu ergattern. Jeder Eingang in eine Kneipe ist durch eine sich nach innen wölbende, gepunktete Linie gekennzeichnet.

Flaschenaustausch in einer Gaststätte: In eine Kneipe oder in die Brauerei darf eine S.P. nur dann hinein, wenn keine andere Figur drinnen ist! Der Besuch in eine Kneipe hinein ist ein Zug, und er wird dadurch abgeschlossen, daß der Besucher so viele volle Flaschen, wie in der Gaststätte vorhanden sind, gegen leere aus dem eigenen Kasten tauschen kann. Er muß nicht, und er muß auch nicht alle vorhandenen tatsächlich nehmen, und schließlich darf er auch dann volle Flaschen einsacken, wenn er keine leere zum Tauschen hat. Die leeren Flaschen bleiben in der Kneipe stehen, und wenn in dieser keine volle Flasche mehr vorhanden ist, kann sie ab sofort für S.P.-Figuren kein Aufenthaltsplatz mehr sein; sie dürfen in einem Zug hindurch ziehen, aber nicht noch über einen nächsten Feld-Begrenzungsstrich hinaus. NASSAUER dürfen niemals in eine Gaststätte hinein oder durch sie hindurch ziehen. –Ach, da fällt doch gerade der S.P. rechtzeitig ein, daß sie nach dem Flaschentausch nun noch einen der NASSAUER noch zu ziehen hat, wie bei jedem Mal.

Raus aus der Spelunke: Erst in der nächsten Runde kann eine S.P., die sich in einem Gasthaus aufgehalten hat, dieses wieder verlassen, nämlich auf das davor liegende Feld, wobei oft mehrere Möglichkeiten bestehen, denn alle Gaststätten haben mehr als einen Ein-und-Ausgang, manche sogar drei! Im selben Zug kann die Figur, sie muß aber nicht, nun noch sofort durch eine Gaststätte ohne volle Flaschen hindurch ziehen und durch die übernächste auch noch usw. Wenn sie dagegen in eine Flaschen-volle Kneipe will, muß sie bis zum nächsten Mal warten.

Zwei auf einem Feld: Mehr als zwei Figuren können niemals zusammen auf einem Feld stehen. (Zur Erinnerung: In der Brauerei oder einem Gasthaus darf's sogar bloß eine sein.) Die beiden Figuren blockieren das Feld für andere persönliche Figuren oder NASSAUER, genau wie das Gasthaus oder die Brauerei von einer Figur für andere unzugänglich gemacht wird.

Das Zusammentreffen mit einem NASSAUER: Die fremden Mit-S.Pn. (Mitspielerpersönlichkeiten) haben ein gewisses Vergnügen daran, einen solchen genau auf das Feld zu ziehen, auf dem beispielsweise SIE die eigene Figur stehen haben. Wenn man selbst keine einzige volle Flasche im Kasten hat, ist das kein bißchen ein Beinbruch. Man sagt »Hallo« und sonst nichts; der stört einen gar nicht, und man hat mit ihm weiter nichts zu schaffen. Falls man aber liquide ist, sei es mit Bier oder mit Limonade, wird man nicht umhin kommen, dem Bittsteller (»Haste mal 'ne Flasche?«), eine volle zu überlassen. Das geht folgendermaßen vor sich:

• Man nimmt eine volle Flasche aus dem eigenen Kasten und stellt sie auf das Feld, auf dem man und der NASSAUER zusammen stehen.

• Der NASSAUER ist nun mit Trinken beschäftigt und kann von anderen S.Pn. z.Zt. nicht gezogen werden.

• Wenn man wieder an der Reihe ist, hat man einiges zu tun, und zwar die folgenden Spielhandlungen:

a) Die fragliche Flasche wird aus dem Spiel genommen; es ist daher zweckmäßig, neben dem Spielfeld immer eine Glas- oder Porzellan- oder Keramikschale stehen zu haben, kein Plastik – das klingt nicht gut – und die Flasche hineinzuwerfen.

b) Als nächstes wird erst einmal der schnorrerische NASSAUER ein Feld weiter gezogen, »Mach dich fort, und komm´ nicht so gleich wieder!«

c) Jetzt wird ganz normal gezogen, zuerst mit der eigenen Figur, und dann mit einem der NASSAUER. Das kann der Schnorrer sein, damit der möglichst weit weg kommt, oder sein Kollege, wenn dieser nicht gerade irgendwo mit »Nassauern« beschäftigt ist.

Zwei persönliche Spielfiguren treffen aufeinander: Einer S.P. kann daran gelegen sein, einen Kollegen zu schröpfen, weil derjenige zu viele volle Flaschen im Keller und im Kasten hat. Also setzt er die eigene Figur auf ein Feld, auf dem schon die fremde Figur steht. Aus Freude an dem Zusammentreffen wird getrunken, und zwar ganz sozial: Wer von beiden mehr volle Flaschen im Kasten hat, gibt eine aus; wenn sie gleich viel haben, gibt jeder eine aus, und wenn keiner was hat, gehen sie grußlos aneinander vorbei. Falls zumindest einer eine volle Flasche ausgeben muß, bleiben sie beieinander stehen, stellen ihre obligatorische Flasche ins Feld und warten, bis sie wieder an der Reihe sind. Sie verabschieden sich höflich voneinander und ziehen weiter, wobei derjenige, für den eine Flasche ausgegeben worden ist, noch entscheiden kann, was er tun will:

• Entweder er trinkt sie sofort aus und wirft sie in die bereits erwähnte Schale,

• oder aber er stellt sie in den eigen Kasten, weil er sie nicht austrinken wollte, als der freundliche Gasgeber sich längst wieder von dannen gemacht hatte. In dem Falle aber setzt er eine Runde aus und gerät in die Gefahr, daß ihm z.B. ein NASSAUER auf den Hals geschickt wird oder eine unfreundliche Mit-S.P. die Flasche gleich wieder aus dem Kasten fordert. Immerhin kann jemand sich durch solche Machenschaften zu bereichern versuchen.

Zwei NASSAUER auf einem Feld: Wenn ein NASSAUER auf dasselbe Feld gesetzt wird, auf dem schon ein anderer steht, unterhalten sich diese nun eine Runde lang; d.h. erst diejenige S.P., die den zweiten NASSAUER auf das fragliche Feld gezogen hatte, ist in der Lage, die beiden wieder voneinander zu trennen, indem sie nach ihrer eigenen Figur auch einen der beiden NASSAUER wegzieht. - Besonders gegen Schluß, wenn sich die NASSAUER vermehren, kann das für die anderen S.P. eine nützliche Strategie sein, wenn die NASSAUER immer mal eine Runde aussetzen.

Während des Spielverlaufs...

... kommen noch einige Situationen vor, in denen man entscheiden muß, wie gespielt wird, wobei sich das meiste schon aus den geschilderten Zusammenhängen ergibt:

* Jede S.P. darf auch die eigene Figur auf ein Feld mit einem NASSAUER ziehen oder auf ein Feld, auf dem schon die Figur einer anderen S.P. steht, selbst wenn man dann eine Flasche opfern muß.

* In einer Gaststätte muß man nur so viele, wie man hat (oder will=?), leere gegen volle Flasche tauschen: alle oder eine oder keine oder wie man will, und man darf auch mehr volle in den Kasten stellen als man leere im Gasthaus läßt.

* Wenn man auf einem Weg durch die Kneipen auf ein Feld kommt, auf dem schon eine Figur »mit Anspruch« steht, weil irgendeine Flasche fällig ist, muß die S.P. ihren Weg unterbrechen und eine Runde lang erst mal über das Trinken als solches nachdenken; jedenfalls einfach an dem NASSAUER oder der Mit-S.P. vorbeiziehen kann man nur, wenn keiner von beiden eine volle Flasche im Kasten hat.

* Wenn beide NASSAUER »beschäftigt« sind, können sie nicht gezogen werden, und man kann dann eben nur die eigene Figur ziehen.

* Es ist auch denkbar, aber selten, daß man seine eigene Figur nicht ziehen kann, weil rundherum alles blockiert ist. Dann geht das eben nicht. So ist es also auch möglich, daß jemand in einer Runde überhaupt nicht ziehen kann, weil auch die NASSAUER blockiert sind; da kommt der nächste dran.

* Noch einmal: Wenn die eigene Spielfigur am Schluß NASSAUER wird, hat sie aufgehört, als persönliche Spielfigur zu existieren. Es gibt dann eben auch einen »gelben NASSAUER«.

* Es ist für eine S.P. jederzeit möglich, nach Hause zurückzukehren und dort volle Flaschen auszuladen: Das sind dann zwei Züge: Ins Haus rein und Flaschen aus dem Kasten nehmen (NASSAUER nicht zu ziehen vergessen!) und eine Runde später das Haus wieder verlassen.

Am Schluß wird abgerechnet:

Das Spiel endet, wenn sich weder auf dem Spielfeld noch in einem der Kästen eine volle Flasche befindet. Gewonnen hat diejenige S.P., die von allen die meisten vollen Flaschen zu Hause hat. Über die Plätze 2-4 entscheidet dann ebenfalls jeweils die Anzahl der vollen Flaschen im Haus. Falls zwei oder mehrere Mitspieler dieselbe Anzahl voller Flaschen im Hause haben, schlagen die (leider) nicht umgetauschten leeren Flaschen im Kasten negativ zu Buche: Wer in der Gruppe mit den gleich viel vollen Flaschen noch die meisten leeren im Kasten hat, ist letzter dieser Gruppe. Diese Regel gilt also nur für S.P., die gleich viele volle Flaschen zu Hause haben.

Es ist danach auch möglich, daß es in einem Spiel mehr als einen Sieger und mehr als einen letzten und mehr als einen mittleren Platz gibt.

Spieldauer ca. 1 Stunde.

PS: NASSAUER ist auch ein koperatives Spiel, aber die Koalitionen wechseln, weil natürlich doch jeder bloß seinen eigenen Vorteil sucht, und wenn gerade eben noch alle gegen einen, nämlich den mit viel zu vielen vollen Flaschen im Kasten, gespielt haben, wird sich ein neuer Gegner ergeben, einer, der während der Koalitionszeit abgesahnt hat. Wir – Manfred und Martin Schmidt, Michael Aldick und ich haben bei den Probespielen viel gelacht, aber das liegt natürlich auch am Temperament. Vergnüglich ist es zu Viert aber immer! – Und es hat NASSAUER-Fans gegeben, die haben irgendwie(?) um echte Pfand(!)-Flaschen gespielt, nicht etwa um Ex-&-Hopp-Bottles.